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Von 68 bis heute: Schweizer rocken ihre Rebellion

Ein rollender Stein setzt kein Moos an. Dieses englische Sprichwort hat es in sich. Denn es bewegt seit Generationen die Jugend und die Junggebliebenen. Bob Dylan, Woodstock-Ikone und Held der 68er-Studentenbewegung auch in der Schweiz, hatte einst den Stein ins Rollen gebracht. «Like a Rolling Stone», Dylans Hymne auf die Freiheit, wählte die Jury des einflussreichen «Rolling Stone» Magazins später auf Platz 1 der «500 besten Songs aller Zeiten». Und klar: Die legendären «Rolling Stones» strecken dem Establishment seit Jahrzehnten pausenlos die Zunge raus.

Immer in Bewegung bleiben, niemals stagnieren und erst mal dagegen sein – diese Quelle zur Kreativität sprudelte auch in der Schweiz. Zum Beispiel mit Polo Hofer. Selbst ein Kind der bewegten 68er-Jahre, hatte der Perkussionist, Maler, Dichter, Veranstalter und Schauspieler im Jahr 1971 «Rumpelstilz» gegründet. Begleitet von den Klängen Dylans und inspiriert von der Amsterdamer Hippiekultur, hatten es die Rebellen der ersten Stunde im konservativen Bern nicht leicht. Allein schon ihr unkonventionelles Aussehen reichte aus, um die bürgerliche Gesellschaft auf die Palme zu bringen. Als Hofer 1971 gemeinsam mit Weggefährten unter dem Namen «Härdlütli» bei den Berner Stadtratswahlen kandidierte und sich dazu auch noch nackt ablichten liess, war der Skandal perfekt.

Ausgerechnet Johnny Cash
Welche Musik war zu dieser Zeit hipp? Was machte Bob Dylan? Er hatte 1969 den Song «Girl from the North Country» aufgenommen. Dies zusammen mit Johnny Cash, dem in der Rockszene damals als reaktionär verschrienen Top-Protagonisten der Countrymusik. Die gemeinsame Langspielplatte «Nashville Skyline» wurde einer von Dylans grössten kommerziellen Erfolgen. Seine Botschaft strahlte bis in die Schweiz aus: Anderssein beginnt eben doch im Kopf.

Das weiss längst auch die Schweizer Jugend von heute. Sie irritiert Alt-68er, weil bei ihr ausgerechnet der damals so verpönte bürgerliche Lebensentwurf eine hohe Attraktivität geniesst. Von wegen Rebellion. Das zeigte zuletzt wieder das Jugendbarometer, eine jährlich erhobene Studie der Credit Suisse. Danach setzt die Jugend statt auf Rebellion lieber auf Werte wie Ehrlichkeit, Treue und Toleranz. Für die Zukunft wünscht sie sich die Gründung einer Familie, gute Freunde und Wohneigentum. Ebenso wichtig ist ihr die Balance zwischen Beruf und Freizeit. Nicht nur Alt-68er sind der Meinung, die heutige Jugend sei zu angepasst, bünzlig, orientierungslos, langweilig.

Entschieden anders
Ihre Musik ist jedoch alles andere als eintönig und öde: Hiphop, Indie, Metal und Trash-Punk, und das meistens im oberen Dezibelbereich. Auch Schweizer Mundart liegt voll im Trend. Das Casting-Show-Produkt Baschi verzückt heute in bester Polo-Hofer-Manier die Kids. In seinem Song «Wenn das Gott wüsst» träumt er auch von wilderen, vergangenen Tagen: «Ich wär so gärn e Pornoschtar us de 70er Johr», heisst es da. Das gefällt nicht allen. Eine breite Entrüstung wie damals nach den Nacktfotos von Polo Hofer gibt es im heutigen Multimedia-Zeitalter jedoch nicht mehr. Der Berner Ur-Rocker ist zwar ruhiger geworden, Rebell bleibt er jedoch auf Lebzeit. Auch wenn er mit seinen 68 Jahren auf der Bühne kürzer treten möchte. Gerade erst verriet Hofer dem «Tages-Anzeiger», dass er die Eröffnung einer Kunstgalerie in Thun plane.

Baschi sucht derweil weiterhin die ganz grosse Rockbühne. Im Song «Miss Monroe» singt er schon einmal vom Platz, den er sich im Himmel wünscht: gleich vorne rechts – nicht neben Janis Joplin oder Jimmy Hendrix. Sondern direkt neben Johnny Cash. Wie hatte Bob Dylan damals so treffend zum Aufbruch angestimmt? «The times they are a changin» – beständig bleibt allein der Wandel.

46 Bewertung(en)

Kommentieren Antworten

  • Steffi D.,

    Cooooler Artikel! Let's Rock the World!

    Antworten
  • Name:Florentine,

    Die Schweiz rockt! Endlich hat's mal jemand aufgeschrieben.

    Antworten
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