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Die neuen Trends im Schnee

Er kennt die winterliche Bergwelt aus dem Effeff. Auch weil er sich als ehemaliger Helikopterpilot früher immer gerne von ganz oben ein Bild gemacht hat. «Die Pisten werden immer breiter gewalzt, morgens hinterlassen die Pistenraupen einen Spiegel, nicht im Sinne von eisig, sondern im Sinne von glatt. Denn da macht das Carven am meisten Spass», stellt Marco Mehli fest. Er ist frisch gewählter Präsident des Schweizer Bergführerverbands. Damit ist er geradezu ideal geeignet, um zum Saisonauftakt den Trends auf und abseits der Pisten nachzuspüren.

Also, Marco, wie sieht es aus? Alles Carving, oder was? «Keinesfalls. Auch neben den breiten Carvingpisten wird jedes mögliche Abenteuer gesucht», berichtet er. «Da sind wir Bergführer dann auch gefragt. Die Menschen haben wieder viel mehr Sinn für die Natur. Sie wollen nichts beschädigen, aber dennoch auf unberührteren und doch sicheren Pfaden den Berg erkunden.» Er lacht und ergänzt: «Zu anstrengend darf es aber auch nicht sein».

Das wissen auch die Skihersteller und Ausrüster. Die Kleidung soll maximal funktionsfähig und so lässig sein, dass sie auch in der Stadt tragbar ist. Die Skischuhe sollen nicht nur stabil und bequem sein, sondern so ausgestattet, dass sie beim Après-Ski auch noch zum Tanzen taugen. Mit anderen Worten: «Light is beautiful», wenn sich dabei Funktionalität und Komfort die Hand reichen.

Skifahrer und Boarder – mit Fell vereint
«Wintersport ist heute auf ‹easy› und Spass ausgelegt. Alles wird mit allem verbunden», weiss Marco Mehli. «So wie die neuen Splitboards. Ein Snowboard, das sich in der Mitte teilen und in Ski verwandeln lässt.» Mit darunter geschnallten Fellen laufen die Boarder wie Skitourengeher den Berg rauf, oben werden die beiden Mini-Ski wieder zusammengebaut und dann geht es in allerbester Boardermanier wieder runter. Das habe viele Vorteile, meint Mehli. «Vor allem können jetzt Boarder auch mit Skifahrern gemeinsam touren.»

Pulverschnee für alle
All-Terrain, All-Mountain, Cross-Mountain: Für die unterschiedlichsten Schneebedingungen haben die Hersteller Skilösungen parat. Die Grundlage dafür schafft ein intelligenter Materialmix. Karbon, Holzkerne und Laminate sorgen für ein ausgewogenes Verhältnis von Steifigkeit und Dynamik, gross geschrieben wird dabei immer auch eine gute Kontrolle der Kanten. «Es geht um höchsten Fahrspass. Mit breiten Ski können viele einfach deutlich besser fahren», so der Bergführer. Der «Rocker-Ski» zum Beispiel habe eine andere Vorspannung als ein Carver, sei deswegen extrem leicht im frischen Pulverschnee zu fahren. Klar, dass beim Freeriding sowohl Einsteiger wie Fortgeschrittene gut daran tun, sich beim Ritt ins Gelände einem erfahrenen und ortskundigen Guide anzuvertrauen. Dies zur eigenen und vor allem zur Sicherheit aller anderen Sportler am Berg.

Warum schwer, wenn «light» möglich ist
Aber nicht nur Alpin-Ski bestimmen die Trends des Winters. Edgar Steinauer aus Schindellegi im Kanton Schwyz ist zweifacher Swiss-Loppet-Sieger. Er beobachtet, dass Langlauf wieder stark aufkommt. «Auch bei schmalen Latten heisst es: Warum sich schwertun, wenn ‹light› möglich ist?» Carbon komme mittlerweile nicht nur bei Skating-, sondern jetzt auch bei Classic-Ski zum Einsatz. Skin-Ski nutzen Felle als Steighilfe. «Wachsen in der Steigzone», so der Loipenfuchs, «ist damit Schnee von gestern.» Wem in der Loipe zu viel Betrieb ist, steigt auf Backcountry-Ski um. Eine Innovation aus Tradition. In Skandinavien sind solche Langlaufski, die dank ihrer Stahlkanten auch Abfahrten im Gelände möglich machen, ein langbewährtes Volksfortbewegungsmittel.

fat & fly
Aber Edgar Steinauer steht nicht nur auf Langlauf. Er fährt und vertreibt auch noch Fat-Bikes. «Sie kommen aus den USA und sind eigentlich für den Strand gemacht. Aber durch die elf Zentimeter breiten Pneus sind sie wunderbar für den Schnee geeignet», weiss der Winterexperte. Im Engadin zum Beispiel gebe es schon extra Fat-Bike-Wintertrails. «Eine kleine, feine, sich ausweitende Nischensportart», so seine Überzeugung. Auch im Goms sind Fat-Bikes schwer im Kommen. Sie sind nichts anderes als Schneeschuhe für Fahrräder. Auf Winterwanderwegen (nicht auf Loipen!) sind Sportler und Geniesser damit auf Achse. Bei der Hallenbarter Nordic AG in Obergoms können Neugierige für 25 CHF die Gefährte für einen Probeausritt leihen.

Wenn Marco Mehli auf dieses bunte Treiben schaut, ist für ihn der Fall klar: «Die Leute wollen heute möglichst viel ausprobieren und sehen. Das heisst für sie: zurück zur Natur, aber dennoch mit Leben und viel Fun.»

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