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Möbeltrend: auf in die Steinzeit

Eine Küche aus Beton oder Stein – oder ein Steinfussboden quasi ohne Fugen? Das klingt nach «heavy stuff» und ziemlich absurd, liegt aber voll im Trend. Heute gibt es bereits Tapeten aus Stein, Stubenschränke mit Steinoberflächen oder ganze Küchenblöcke mit hauchdünner Natursteinbeschichtung. Möglich machen dies computergesteuerte, hochexakte Sägetechniken, aber auch die Entwicklung steinbasierter oder steinähnlicher Werkstoffe und neue Formen der Oberflächenbearbeitung.

Mit Kunststein, dem sogenannten «Engineered Stone», Grosskeramik und Natursteinfurnieren hat eine völlig neue Ästhetik in Küche, Bad und Wohnbereich Einzug gehalten. Hauchdünne Steinplatten lassen sich inzwischen mit eigens dafür entwickelten Maschinen und Werkzeugen so perfekt «auf Gehrung» schneiden und zusammenkleben, dass die Konstruktion wie eine Massivausführung aussieht. So wirken Küchenablagen, aber auch Treppenstufen, Fensterbänke und Waschtischplatten wie aus dem Steinklotz gehauen – sind aber tatsächlich sehr viel leichter und erlauben individuelle Farbkompositionen sowie das Auslegen fugenloser Flächen. Darüber hinaus ergeben sich mit diesen Materialien bei Renovations- oder Reparaturarbeiten ganz neue Möglichkeiten.

Schlank und dünn
Neue Schnitttechniken lassen vor allem aber das Herz von Designern höher schlagen. Zum Beispiel beim ST-ONE, einem Küchenblock des österreichischen Steinverarbeiters Strasser. Das grifflose Frontbild ist in einer 90 Grad gedrehten Schnittrichtung aus einem Natursteinrohblock gesägt und vermittelt das Bild einer in sich geschlossenen Fläche. Ähnlich wie beim Steinblock, nur dass diese Fronten gerade einmal zehn Millimeter schlank und damit leicht zu bedienen sind.

Sehr begehrt bei Designern ist auch Quarzkomposit als «Engineered Stone». Die spanische Cosentino Group hat jüngst neue Varianten dieses Werkstoffs auf den Markt gebracht. Damit lassen sich Plattenformate von bis 3,65 Meter Länge herstellen. Diese sind im Gegensatz zu herkömmlichem Engineered Stone auch im Aussenbereich einsetzbar. Damit sind der gestalterischen Fantasie im Umgang mit Stein keine Grenzen mehr gesetzt.

Köche und Keramik
«In Küchen geht der Trend derzeit auch zu Grosskeramik», sagt Strasser-Geschäftsführer Johannes Artmayr. «Das unverwüstliche Naturmaterial macht es den Köchen heute wirklich einfach.» Nach dem Kochen müsse man die Fläche lediglich mit einem feuchten Tuch abwischen, fertig. Keramik in der sogenannten Statuario-Optik, die wie feinkörniger Marmor oder wie Beton aussehen kann, macht spannende Material-Mixe möglich. So passt sie beispielsweise ideal zu Küchenkorpussen mit Holz, Lack oder Kunststoff.

Im Bad lassen sich die neuen Steinentwicklungen besonders gut nutzen, um Waschtischplatten, Waschbecken, Dusch- und Badewannen zu bauen. Die Platten liefern mittlerweile eine Vielzahl von internationalen Herstellern, zum Beispiel Quarella, Silestone, Caesarstone, unistone, Okite und Lapitec. Der grösste Vorteil des meist zu 93 Prozent aus Quarz und zu sieben Prozent aus Kunstharz bestehenden «Engineered Stone» ist neben dem geringen Gewicht und der möglichen Farbvielfalt seine Oberflächenbeschaffenheit. Nahezu geschlossen und porenfrei sind solche Badezimmermöbel leicht zu reinigen. Einige Hersteller haben ihren Produkten sogar Silberionen beigemischt, die Bakterien und Schimmel den Garaus machen. Das macht besonders in Ecken und an schwer zu erreichenden Stellen Sinn.

Erde auf dem Tisch
Mit dem neuen Werkstoff Aiyana hat die Luzerner Möbelmanufaktur Willisau ihre eigene Hommage an die Natur geschaffen. Die Basis für das steinartige Material schafft eine geheime Mixtur aus edelsten Erden und feinstem Ton. Erde weist eine Vielzahl an Farbtönen auf – von warmen Ocker- und Rottönen bis hin zu dunkelbraunen und schwarzen Schattierungen. «Das breite Farbspektrum der Oberfläche ist auf die unterschiedliche geologische Herkunft der Erden zurückzuführen», erklärt Willisau-CEO Patrick Brunner. Je nach chemischer Zusammensetzung variiere der Gehalt an Eisenoxiden, Manganoxiden und Kohlenstoffoxiden und bringe eine Vielzahl an Farben, Tönen und Schattierungen im Material hervor. Für eine Tischoberfläche würden beispielsweise die Erden mit chemischen Harzen vermischt, um die mechanische Widerstandskraft zu erhöhen. Im Herstellungsprozess werden dann drei Tonschichten manuell aufgetragen. Jede Schicht trocknet natürlich, erst dann wird die nächste Schicht aufgetragen. Ganz wie die Natur dies auch machen würde. Nur eben viel schneller und individueller.

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