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Klingender Käse vom Hof

Käse kann nicht bimmeln. Aber manch einer, der sich im Hofladen der Familie Wyss in Signau ein grosszügig aus dem Laib geschnittenes Stück Käse geben lässt, erahnt in der Ferne den Klang einer Kuhglocke. Nicht unwahrscheinlich, dass ebendiese bimmelnde Mutterkuh die Milch für den edlen Emmentaler geliefert hat, der hier gerade liebevoll in ein gewachstes Papier eingeschlagen wird. Einen besseren Herkunftsnachweis gibt es wohl kaum.

Genuss mit Tradition und Herkunft
18 Lieferanten bringen ihre Milch zwei Mal täglich hierher, in die Käserei Mutten. Die Kühe grasen auf den saftigen Weiden rundherum, die sich wie ein tiefgrüner Teppich über die sanften Hügel des Berner Mittellandes ziehen. Auslauf, frische Luft, stressfreie Herdenhaltung, Grünfutter ohne Gärfutter aus dem Silo prägen ihr Dasein. «Das verleiht der Milch ihre unnachahmliche Qualität», erklärt Veronika Wyss. Seit 1831 wird hier Milch verarbeitet. Heute sind es jährlich rund 1,6 Millionen Kilo, die zu rund 130 Tonnen Käse veredelt werden. «Alle Käsespezialitäten, Butter und der Molkekäse Ziger werden hier seit Generationen selber hergestellt», versichert Inhaber Anton Wyss selbstbewusst. Seine Spezialitäten verheissen mit Namen wie «Vehfröiderli», «Chrüter Mutschli» oder «Mutten Glück» ursprünglichen Genuss.

Naturverbundenheit und naturnahes Produzieren prägten schon immer den Charakter der Emmentaler Bevölkerung und das Landschaftsbild. Das liegt wie gemalt vor dem Auge des Betrachters: Behäbige Bauernhäuser mit blumengeschmückten Fenstern, malerische Dörfer, sanfte Hügel, schroffe Eggen, ausgedehnte Wälder und saftig grüne Wiesen. Hier wandert nur über die Theke, was Chef und Chefin im Entstehungsprozess mehrmals in ihren Händen hielten. Die Kunden lohnen es mit Treue. Und das kommt bekanntlich von «Vertrauen».

Der bekannte Schweizer Musiker Polo Hofer hat - einen Monat vor dem Nationalfeiertag - seine ganz persönliche Rede zur Lage der Nation verfasst und auf den ersten von insgesamt 140 Emmentaler-Laiben geklebt.Es ist auch die Begegnung mit glücklichen Kühen, die den Erlebnishof Hatti für Familien so unvergesslich macht.Ganz besonderes Handwerk in der Käserei: Die Schwinger Matthias Sempach (links) und Kilian Wenger bereiten den Emmentaler «Eidgenoss» auf seine Taufe zum Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest vor.Mitmachen erwünscht: Kinder packen gerne zu auf dem Erlebnishof Hatti.Bodenständiges Handwerk im Emmentaler Familienbetrieb: Käsereibesitzer Anton Wyss (links) mit seinen Mitarbeitenden.Schwing- und Älplerfest im November 2012 in der Schaukäserei Affoltern im Emmental: Die Schwinger Matthias Sempach (links) und Kilian Wenger taufen den «Eidgenoss», den prachtvollen Fest-Emmentaler.Im Streichelzoo finden Mensch und Tier aneinander Gefallen.
Der bekannte Schweizer Musiker Polo Hofer hat - einen Monat vor dem Nationalfeiertag - seine ganz persönliche Rede zur Lage der Nation verfasst und auf den ersten von insgesamt 140 Emmentaler-Laiben geklebt.
Es ist auch die Begegnung mit glücklichen Kühen, die den Erlebnishof Hatti für Familien so unvergesslich macht.
Ganz besonderes Handwerk in der Käserei: Die Schwinger Matthias Sempach (links) und Kilian Wenger bereiten den Emmentaler «Eidgenoss» auf seine Taufe zum Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest vor.
Mitmachen erwünscht: Kinder packen gerne zu auf dem Erlebnishof Hatti.
Bodenständiges Handwerk im Emmentaler Familienbetrieb: Käsereibesitzer Anton Wyss (links) mit seinen Mitarbeitenden.
Schwing- und Älplerfest im November 2012 in der Schaukäserei Affoltern im Emmental: Die Schwinger Matthias Sempach (links) und Kilian Wenger taufen den «Eidgenoss», den prachtvollen Fest-Emmentaler.
Im Streichelzoo finden Mensch und Tier aneinander Gefallen.

Vertrauen aus dem «Burechorb»
Vertrauen, das ist der wichtigste Faktor in einer boomenden Branche. Im Emmental hat man das früh erkannt. Hofläden, Metzgereien, Käsereien, Bäckereien und Restaurants mit lokalen Produkten finden sich mittlerweile im Internet zusammen. Auf Portalen wie regionalprodukte.ch und unter Labels wie «Ämmitaler Ruschtig». Sie treffen den Nerv der Zeit. Lebensmittelskandale sowie die kalte Effizienz der zunehmend digitalen Wirtschaft verstärken die Sehnsucht nach Produkten wie zu Grossmutters Zeiten: Nach der selbstgemachten Konfi, der Wurst vom Biobauern, dem Most von der

Obstwiese, dem Schnaps aus der hofeigenen Brennerei. Rund ein Viertel der Schweizer Bauern haben diese Marktlücke inzwischen entdeckt und vermarkten einen Teil ihrer Produkte im Direktverkauf. In keinem anderen europäischen Land liegt der Anteil höher.

Um Sortiment und Auswahl zu vergrössern, kooperieren viele Betriebe. Wie zum Beispiel die zwölf Bäuerinnen aus dem Emmental, die sich zum Projekt «Burechorb» zusammengeschlossen haben. Jede liefert ihren Neigungen und ihrem Betrieb entsprechende Spezialitäten. Verkauft wird der Korb im Hofladen von Lilian Pfister in Emmenmatt, bestellt wird auch übers Internet.

Naturnaher Genuss
Ähnlich gut sortiert zeigt sich die Emmentaler Schaukäserei in Affoltern. Hier blicken die Besucher den Käsern beim Schöpfen, Rühren und Wischen über die Schulter, können Fragen stellen und nach Herzenslust probieren. Im Handwerksladen finden sie neben dem wohl berühmtesten Löcherkäse der Schweiz auch Teigwaren, Wein aus der Region sowie handgemachte Glasartikel, Spielzeug, Keramik und andere Souvenirs. Sie alle haben etwas gemeinsam: Sie kommen aus der Umgebung. So entwickelt sich die regionale Nische mehr und mehr zum facettenreichen Label für naturnahen wie nachhaltigen Genuss.

Wer sich im Emmental ein bisschen umschaut, ist erstaunt über den Ideenreichtum, den die Bauern hier an den Tag legen. Viele Betriebe bieten neben Lebensmitteln und Kunsthandwerk auch Erlebnisse. Beispiele sind Geburtstagsfeste für Kinder, Bankette für Gruppen oder Wellness im Grünen. Schon lange sind die Einheimischen hier nicht mehr verschrobene Eigenbrötler, sondern innovative Unternehmer. Sie stehen mit beiden Beinen auf der Heimaterde, sind aber aufgeschlossen für Neues. Die Kuhglocken stimmen dazu die passenden Klänge an.

13 Bewertung(en)

Kommentieren Antworten

  • Anonymous,

    Super Sache!! Wusste nicht, dass man über das Internet die Betriebe mit Hofläden findet. Bin ein extremer Fan von Bauernhofladen.

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  • Rose,

    ganz interessant und lehrreich dazu. Neues Wissen und einen tollen Link zu den Hochläden - danke für das Engagement der Basler - mehr als eine Versicherung!!

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