• Outdoor-Abenteuer

    Huskys: durch die klirrende Kälte

    Im Team mit dem besten Freund des Menschen mehr

  • Kaffee

    Starke Bohnen

    Neue Röstungen für Geniesser mehr

  • Kulinarik

    Heisse Suppe – warmes Herz

    Die grosse Verheissung aus dem Suppentopf mehr

  • Tourismustrend

    Reisen ganz privat

    Mehr erleben in einer Kultur des Teilens mehr

NummerSicher

Das Magazin der Basler Versicherungen

#4 #42014
Home | NummerSicher | #4/2014 | Übersicht
Home | NummerSicher | #4/2014 |
NummerSicher | #4/2014 | Schliessen

Kinderhort: ein sicheres Reich

Der Wickeltisch steht mitten im Zimmer. Nur mit der Hinterseite zur Wand. Dabei könnte er doch mit Leichtigkeit in der Ecke durch zwei Wände gegen einen Babysturz im Eifer des Wickelgeschäfts gesichert sein. Das Computerkabel baumelt zwischen Steckdose und Sofa – was für ein geniales, aber gefährliches Spielseil für einen Dreikäsehoch. «Und was sind das für halbgefüllte Glasflaschen, die dort auf dem kleinen Rolltisch inmitten der Krabbelgruppe stehen?»

Morris Zaccardi hat eine Art Röntgenblick für Sicherheit, für Kindersicherheit. Er ist Ingenieur und arbeitet seit Mai dieses Jahres als Sicherheitsexperte für die Basler Versicherungen. Bei seinem Gang durch fremde Räume hat er kein Auge für liebevoll dekorierte Kinderzimmer oder schick eingerichtete Stuben. «Mich interessieren nur die Gefahrenquellen und die getroffenen Sicherheitsvorkehrungen im Haus», sagt Zaccardi. Denn er weiss: «Erst ab einem Alter von neun Jahren können Kinder durch bewusstes Handeln Gefahrensituationen verhindern.»

Auf die Knie
Sein wichtigster Tipp: «Wenn es die Knie und der Rücken zulassen, begeben Sie sich auf die Augenhöhe Ihrer Kinder. Solange sie noch nicht krabbeln können, legen Sie sich auf den Boden und rollen Sie mal nach rechts und links.» Aus dieser Perspektive kommen einem Heizungskörper, Tisch- und Stuhlbeine wie Folterinstrumente vor. Ausserdem werden kleine Teile, die unbemerkt unters Sofa, unter das Bett oder unter den Tisch gerutscht sind, sichtbar. «Und wenn das Kind dann krabbeln und sich hochziehen kann, empfehle ich auf die Knie zu gehen und mal auf allen vieren die Räume zu erkunden.» Ziemlich schnell begegnen einem da scharfe Ecken und Kanten, Flaschen und Gläser, Schubladen und Regale mit Gegenständen, die leicht herauszuziehen sind.

Sicherheit vor Bequemlichkeit
Nicht zu vergessen die Steckdosen in allen Variationen, Elektrokabel, die aus der Wandsteckdose kommen und etwa zur Stehlampe oder zum Radio führen. «Aus der Erwachsenenperspektive sieht alles ganz harmlos aus, für die Kleinsten können diese Alltagsdinge schnell heikel werden. Sobald Gefahren erkannt werden, müssen sie sofort entschärft werden», sagt Zaccardi. Das heisst, scharfe Kanten polstern, Steckdosen sichern, Kerzen und Kamin nie unbeaufsichtigt lassen, das gehört wie Rauchmelder zum Standard. «Aber andere Kabelwege suchen wird zum Beispiel gerne verschoben, dazu ist man manchmal zu bequem.»

Gefährliche Verwechslungen
Auch jede Jahreszeit hat ihre eigenen Gefahrenquellen. «Jetzt vor Weihnachten gibt es wieder Weihnachtssterne. Die sehen toll aus, salatgrün mit samtigen roten Blättern. Die wenigsten aber wissen, dass manche Arten giftig sind.» Auch die Engelstrompete, Alpenveilchen und Amaryllis können zu schlimmen Beschwerden führen. Es sind oft ganz unbedachte Handlungen, die grosses Leid nach sich ziehen. «Giftige Flüssigkeiten werden, wenn nicht ganz aufgebraucht, oft in alten Trinkflaschen zwischengelagert. Für Erwachsene eine braune Brühe, an der sie sich nie vergreifen würden, aber für Kinder ist jedes braune Getränk erst einmal Cola.» Die gleiche Alarmstufe gilt bei Flaschen mit Alkohol oder Putzmittel.

Putzmittel sind in Kinderhänden eine oft tödliche Gefahr.Klettern macht Kindern Spass – der Schutz vorm Abstürzen gehört jedoch immer zwingend dazu.Lebensgefahr: Kabel und Steckdosen müssen immer vor dem Zugriff der Kleinen geschützt werden.
Putzmittel sind in Kinderhänden eine oft tödliche Gefahr.
Klettern macht Kindern Spass – der Schutz vorm Abstürzen gehört jedoch immer zwingend dazu.
Lebensgefahr: Kabel und Steckdosen müssen immer vor dem Zugriff der Kleinen geschützt werden.

Eine Küche voller Begierden
Viele Unfälle passieren allerdings im absoluten Alltag – Notaufnahme, anstatt das liebevoll gekochte Mittagessen zu geniessen. Gerade Gerüche und Geräusche aus der Küche sind für laufende Kleinkinder ein überaus zugkräftiger Magnet. «Pfannenstile sollten aus diesem Grund nicht vorne herausschauen, damit die Pfanne nicht nach unten gerissen werden kann. Das Gleiche gilt für Töpfe. Ich empfehle auch ein Herdgitter, um den neugierigen Griff von unten auf den Herd zu vermeiden. Am besten kocht man, wenn Kleinkinder dabei sind, sowieso auf den hinteren Platten», erklärt der Bereichsleiter für Sicherheit.

Ein Händchen fürs Wickeln
Selbst das Kinderzimmer ist nicht einfach sicher. «Bei Hochbetten besteht immer Sturzgefahr. Entsprechende Gitter und stabile Leitern sind ein Muss.» Und auch fürs Wickeln der Kleinsten hat Morris Zaccardi eine Empfehlung: «Auf dem Wickeltisch immer eine Hand am Kind halten oder sonst gleich auf dem Boden wickeln.»

Für alle Altersstufen empfiehlt der Sicherheitsexperte eine grundsätzliche Präventivmassnahme: «Rauchmelder gehören heutzutage in jedes Zimmer. Die unauffälligen elektronischen Lebensretter sind kostengünstig und leicht zu montieren.» Und wenn trotz aller Unfall- und Gefahrenvorsorge doch etwas passiert? «Dann sollte für Erste Hilfe die Hausapotheke auf dem neusten Stand sein.» Von Nöten sind dann auch ein besonnenes Handeln der Hortmitarbeitenden sowie ihr gutes Erinnerungsvermögen an die Grundlagen aus dem obligatorischen Nothelferkurs.

7 Bewertung(en)

Kommentieren Antworten

  • Name:Hanni Frei,

    ups, recht vieeel zum Lesen. zu viel für mich persönlich. Gesegnete Weihnachten wünsche ich dir, euch

    Antworten
Zurück zum Anfang
Home | NummerSicher | #4/2014 |
NummerSicher | #4/2014 | Schliessen
https://www.nummersicher.ch NummerSicher Das Magazin der Basler Versicherungen Kurz & Aktuell