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Innehalten

Der Druck wächst. Der innere, den man sich selbst macht, wie der äussere im Beruf, in der Familie und in der Gesellschaft. Da ist sich Elisabeth Maria Sauter sicher. Sie ist Schwester vom Heiligen Kreuz in Menzingen, eine franziskanische Gemeinschaft mit Niederlassungen in allen drei Sprachregionen der Schweiz, und lebt in einem «Haus der Stille» im Kanton Solothurn. Jeder kennt ja das Druckgefühl: Man muss mithalten können mit ständig neuen Kommunikationsmitteln, muss rund um die Uhr erreichbar sein, immer gut drauf und gesund. Um Wege zu finden, diesen Erwartungen gerecht zu werden oder sich von diesen zu distanzieren, bietet die Schwesterngemeinschaft vom Heiligen Kreuz eine breite Auswahl an Kursen an. Im Rahmen von Exerzitien (Übungen) und Besinnungstagen, von Wanderungen und Velotouren werden neuen Mut und gesteigerte Kraft für den weiteren Lebensweg gefunden. Seit Jahren sind diese Kurse ausgebucht. Mangels Nachwuchs können sie ihr Angebot trotz grosser Anfrage nicht aufstocken – ein Problem, das die meisten klösterlichen Gemeinschaften in der Schweiz beschäftigt.

Ein 31-jähriger Ingenieur steht vor wegweisenden Entscheidungen in seinem Leben und meldet sich für Exerzitien an. Welche Verpflichtungen geht er damit ein? Er unterwirft sich während zehn Tagen einem strengen Tagesablauf, der frühmorgens um sieben Uhr beginnt und vor allem eines fordert: Schweigen, Schweigen, nochmals Schweigen und sich mindestens vier Stunden persönlich dem Wort Gottes öffnen. Dabei wird der innere Weg durch Entspannungsübungen, Meditation und einen Gottesdienst unterstützt. Zudem steht die ausgebildete Kursleiterin Schwester Elisabeth Maria täglich während einer Dreiviertelstunde für ein persönliches Gespräch zur Verfügung. Die einzige «Sprechstunde», im wahren Wortsinn. Doch wohin führt diese Rückbesinnung? Weshalb taucht der Ingenieur in die Stille des Klosters? Es sind Fragen rund um die eigene Zukunft, um die Erwartungen an seinen weiteren Lebensweg. Im Schweigen und im Gebet möchte er herausfinden, ob er seine Karriere weiter vorantreiben oder seinem Privatleben mehr Gewicht geben, ob er einen jobbedingten Auslandaufenthalt anstreben oder eine Familie gründen will. Er hofft, im Gespräch mit sich, mit Gott und mit Schwester Elisabeth Maria die Antwort zu finden.

In Lautersdorf im Kanton Solothurn bietet das Kloster Menzingen Einkehr- und Besinnungstage.Die Wurzeln des Frauenklosters «Namen Jesu» in Solothurn reichen bis ins 16. Jahrhundert.Weite Landschaften stecken den Rahmen für den Blick nach innen.Der Weg ist das Ziel: Innehalten mit Bewegung bei den Wanderexerzitien.Unterwegs zum Ich: Die Natur bereitet dazu immer wieder eigene gangbare Wege.Raus aus dem Alltag, rein in die innere Einkehr: In Gebetsräumen Kraft tanken.
In Lautersdorf im Kanton Solothurn bietet das Kloster Menzingen Einkehr- und Besinnungstage.
Die Wurzeln des Frauenklosters «Namen Jesu» in Solothurn reichen bis ins 16. Jahrhundert.
Weite Landschaften stecken den Rahmen für den Blick nach innen.
Der Weg ist das Ziel: Innehalten mit Bewegung bei den Wanderexerzitien.
Unterwegs zum Ich: Die Natur bereitet dazu immer wieder eigene gangbare Wege.
Raus aus dem Alltag, rein in die innere Einkehr: In Gebetsräumen Kraft tanken.

Seit 20 Jahren begleitet die Menzinger Schwester Menschen zwischen 30 und 80 Jahren, die eine Entscheidung ausbrüten, einen Sinn, einen Weg oder eine neue Ausrichtung, sich selbst oder Gott oder meistens alles zugleich suchen. Mit Managementseminaren, die Teamgeist und Leadership im Umgang mit Affen und Wölfen, im Taucheranzug oder im Dschungelcamp trainieren, hat das wohl nur so viel zu tun: Es ist immer ein Weg zu sich selbst.

Eine Woche Einkehr
In Sierre (VS), im Monastère Notre-Dame de Géronde, ist vor allem in der Oster-, Weihnachts- und Fastenzeit Hochsaison für Menschen, die für eine Woche innehalten: sich selbst aushalten, der Seele Gutes tun und den klösterlichen Frieden miterleben. Und nicht zuletzt ihre Weltanschauung auf den Prüfstand stellen. Der frühmittelalterliche Klostersitz zieht auch durch seine liturgische Tradition die Menschen an. Das Rezept stimmt: Auszeit statt Zeitmanagement, Vertrauen statt Leistungsdruck.

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