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Huskys: durch die klirrende Kälte

Der Hund ist der treueste Freund des Menschen. Und einer der zuverlässigsten. Davon weiss Donato Egli ein Lied zu singen: «Ich bin mit dem Huskygespann einen Steilhang im Tiefschnee runtergefahren. Mittendrin ist der Leithund abgebogen, obwohl er eigentlich sonst immer die Falllinie herunterläuft. Als ich dann später nach oben geschaut habe, war ein Riesenfelsen runtergestürzt. Wäre er nicht abgebogen, hätten wir mindestens einen bösen Crash erlebt.» Oder auch Schlimmeres.

Prägende Erlebnisse wie dieses sind die Basis für einzigartige Vertrauensverhältnisse, welche viele Menschen mit den faszinierenden Huskys aufbauen können. Das gilt auch für den in der Westschweiz lebenden Donato Egli und seine Frau Verena, die sich für Schlittenhunderennen begeistern und aktiv daran teilnehmen. Siberian Huskys erleben die Eglis nicht als unterwürfige Hunde, erst recht nicht als Familienhunde. Sie sind selbstständig und brauchen den Menschen eigentlich nicht. Wenn sie von der Leine gelassen werden, gehen sie auf die Jagd, weil das in ihrer Natur liegt. Aber gleichwohl sind sie sehr treue Tiere, wenn sie einen Menschen als Chef in ihrem «Rudel» anerkannt haben.

Auf das Alphatier vertrauen
«Man muss mental jedoch sehr stark sein, um von Huskys als Alphatier anerkannt zu werden. Ich bin körperlich nicht der Stärkste, also müssen die Hunde mir vertrauen und wissen, dass es das Beste für sie ist, meinen Anweisungen zu folgen», erzählt der «Musher». Dieses Vertrauensverhältnis ist in den letzten 15 Jahren Schritt für Schritt gewachsen. So lange ist es her, seit Donato Egli sozusagen auf den Hund gekommen ist. Zuerst wollte er einen Husky nur als Partner und Freund. Doch diese Hunde sind keine Einzelgänger, deshalb folgten schnell weitere. Die Huskys hatten auch grossen Anteil daran, dass Donato Egli seine Frau kennengelernt hat: «Sie hat im Wald zuerst die Hunde gesehen, dann mich. So war es um sie geschehen.»

Die Leidenschaft für Schlittenhunderennen hat das Paar gemeinsam entwickelt. «Mein zweiter Hund war der perfekte Leithund. Er hat mich auf den Geschmack gebracht und die Lust auf Wettkämpfe in mir geweckt», erzählt Egli mit einem Lachen. Ohne den Leithund geht in diesem Sport gar nichts, er ist die Nummer eins in der Hierarchie der Vierbeiner und hält die anderen Huskys im Gespann unter Kontrolle. Und er ist der «Pacemaker» auf der wilden Fahrt. Zumindest in den kühleren Jahreszeiten. Wenn Sommer und Hitze herrschen, geht in Sachen Training gar nichts. Die perfekt an die Kälte angepassten Hunde sind dann kaum leistungsfähig.

3000 Kilometer im Jahr
Wenn kein Schnee liegt, trainieren Donato und Verena Egli auf einem vierrädrigen Wagen mit ihren Huskys. Am liebsten aber natürlich im Winter, wenn die Luft eisig ist und der Schnee unter den Schlittenkufen knirscht. «Es ist einfach grandios, da geht es gar nicht um die Geschwindigkeit. Man ist in der Natur unterwegs und erreicht als Team etwas zusammen. Und die Hunde haben viel Spass, weil sie einfach laufen können. Dieser Wunsch steckt in ihrer Natur, sie haben diesendesire to go›», erzählt Egli. So spulen sie gemeinsam bis zu 3000 Kilometer pro Jahr ab und setzen sich immer neue Ziele.

Für die Schweiz am Start
Im Januar 2016 will der zweifache Europameister im Schlittenhunderennen mit seinen Huskys als möglicherweise einziges Schweizer Team bei der «La Grande Odyssée» (Webseite nur auf Englisch und Französisch verfügbar) starten. Das 10-Etappen-Rennen im Mont-Blanc-Gebiet in Frankreich führt über 700 Kilometer und insgesamt 26 000 Höhenmeter. Es gehört mit dem legendären Iditarod und dem Yukon Quest zu den drei anspruchsvollsten Schlittenhunderennen der Welt.

Bei letzteren beiden Rennen in Alaska wird Donato Egli voraussichtlich nie starten. «So ein Unternehmen kostet ein Vermögen, und ich habe meine Zweifel, ob mit 1800 Kilometern an einem Stück nicht eine Grenze überschritten wird. Kein Hund läuft freiwillig so lange und so weit, manche machen das nur einmal im Leben», sagt Egli. Diese Überforderung lehnt er ab. Schliesslich vertrauen ihm die Hunde ihr Leben in manchen Situationen genauso an wie umgekehrt.

11 Bewertung(en)

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  • Name:Freddy Herrschwiler,

    Tolle Augen, toller Text. Da bekommt man richtig Lust aufs Mitfahren - und auf einen richtigen Winter.

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  • Charlotte Isenschmid,

    Toller Bericht und schöne Bilder, lustig ist auch, dass ich beide persönlich kenne. Als ich noch auf der Suche nach meinem Züchter von Alaskan Malamute war, lernte ich diese zwei tollen Mushers kennen. War vier Mal in Finnland um Husky Touren zu fahren, ist echt toll diese Schlittenhunde und die Eigenschaften von ihnen gefallen mir so gut. Es ist so schön mit einem Gespann durch die verschneite Landschaft zu fahren, dem Knirschen des Schnees und das Hächeln der Hunde zu hören und so schnell ist man dem Schlittenhundevirus verfallen :-)

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