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Dem Einbrecher auf der Spur

Das wünscht sich keiner. Stattliche 68 730 Mal wurden Schweizer im Jahr 2013 innerhalb ihrer vier Wände bestohlen – damit war rund jeder 50. Haushalt im Land betroffen. Wo sich das Einsteigen lohnt und voraussichtlich fette Beute wartet, kommunizieren gut organisierte Gaunerbanden auch in Zeiten der Digitalisierung vielfach noch immer mit Methoden aus dem Mittelalter. 

Es sind sogenannte «Gaunerzeichen», kleine, kaum sichtbare Kritzeleien, mit denen besonders osteuropäische Einbrecherbanden die Objekte ihrer Begierde markieren und damit auf den vermeintlichen «Tag der offenen Tür» in lohnenswerten und ungeschützten Wohnungen und Häusern hinweisen. Meist werden die Strichsymbole an Briefkästen, Klingelbrettern, Gartenzäunen oder Laternenmasten angebracht. 

Verdächtige Kritzeleien
Gaunerzeichen folgen dabei einer durchaus eindrucksvollen «Kulturgeschichte». Ihre Entwicklung geht zurück bis ins 16. Jahrhundert. Damals machten sich die Mitglieder von kriminellen Banden mit «Mordbrennzeichen» darauf aufmerksam, welche Häuser überfallen, ausgeraubt und eventuell niedergebrannt werden sollten. Bis heute bedienen sich neben Kriminellen auch Bettler dieser Methode. 

Die wohl modernste Entwicklung ist das «WarChalking», die Markierung von ungeschützten WLAN-Zugängen, um über fremde Router gut getarnte, illegale Geschäfte im Internet abzuwickeln. Solche virtuellen Einbrüche können für die Opfer, mit deren Computeridentifikation (der IP-Adresse) kriminelle Machenschaften durchgeführt wurden, extrem kostspielig werden und unter Umständen sehr unangenehme strafrechtliche Folgen nach sich ziehen.

Fotografieren, melden, wegwischen
Es lohnt sich also bei verdächtigen Markierungen rund ums Haus oder die Wohnung genau hinzuschauen. Wer mit der Bedeutung der Symbole nicht vertraut ist, hält die Markierungen der Ganoven vielleicht nur für harmlose Schmierereien von Nachbarkindern. Vorsicht ist allerdings angebracht. Schliesslich warnen sich Verbrecher mit ihrer Geheimsprache nicht nur vor bissigen Hunden und aufmerksamen Nachbarn, sondern weisen auch auf alleinstehende ältere Bewohner oder grosse Bargeldbestände im Haus hin. Die Polizei rät deshalb dazu, die Zeichen zu fotografieren, zu melden und anschliessend schnellstmöglich zu entfernen. 

Zeichen setzen und Zeichen deuten, das beherrscht auch die Polizei. Um den ungebetenen Gästen schon im Vorfeld das Handwerk zu legen, haben Schweizer Kriminologen ihre eigene Form der «Markierung» entwickelt. Dabei nutzen sie mehr und mehr auch technische Hilfsmittel. Bereits 2007 startete die Stadtpolizei Zürich in Zusammenarbeit mit Dr. Patrik Manzoni vom Kriminologischen Institut der Universität Zürich eine Studie zur Anwendung von «Crime Mapping» als Instrument zur Prävention von Einbruchdiebstählen. In dieser «Verbrechenslandkarte» werden sämtliche relevante Daten zu unterschiedlichsten kriminellen Delikten tatortbezogen auf einer digitalen Karte gespeichert. Dies ermöglicht der Polizei das rasche Erkennen von Brennpunkten für bestimmte Verbrechen, die Erstellung von Prognosen über die zukünftige Entstehung von Hotspots sowie die wirksame Platzierung von Präventivmassnahmen.

Die mittelalterlichen Codes der Einbrecher. Übersetzt heissen sie: «Bewohner rufen die Polizei», «Günstig für Diebstahl» und «Bissiger Hund» (von links).Diese Zeichen stehen für lohnende Beute. Übersetzt heissen sie: «Hier gibt es Geld», «Alleinstehende Person» und «Hier gibt es etwas».
Die mittelalterlichen Codes der Einbrecher. Übersetzt heissen sie: «Bewohner rufen die Polizei», «Günstig für Diebstahl» und «Bissiger Hund» (von links).
Diese Zeichen stehen für lohnende Beute. Übersetzt heissen sie: «Hier gibt es Geld», «Alleinstehende Person» und «Hier gibt es etwas».

«Crime Mapping» in den Brennpunkten
So konnte im Versuchsquartier Seebach, das 2006 mit 223 Fällen von Einbrüchen ein krimineller Brennpunkt in Zürich war, durch die Aufklärung der Bevölkerung bezüglich Sicherheitsvorkehrungen und den gezielten Einsatz von Patrouillen ein Rückgang der Delikte um rund einen Viertel innerhalb eines knappen Jahres erzielt werden. Möglich war das nur dank der detaillierten Aufzeichnung aller kriminellen Vorgänge in Seebach und anderen Quartieren als Kontrollgruppe. «Insgesamt darf davon ausgegangen werden, dass Crime Mapping zu einer Steigerung der polizeilichen Effizienz führt», fasste Dr. Manzoni am Rande des ersten Zürcher Präventionstages das Ergebnis der Zusammenarbeit mit der Stadtpolizei zusammen.

Je besser das Zusammenspiel aufmerksamer Wohnungs- und Hausbesitzer mit der Polizei und deren Sicherheitsexperten funktioniert, desto mehr sollten sich Gauner fragen, ob sie noch auf der richtigen Spur sind.

17 Bewertung(en)

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  • Name:,

    Wie kommt man zu diesem Crime Mapping? Es wäre doch gut zu wissen, ob gerade in der näheren Umgebung irgend etwas geplant ist. Bei uns gab es schon Einbruchszeiten und eine ganze Strasse war davon betroffen. Da wäre es doch gut gewesen es vorher zu erfahren.

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    • Redaktion,

      Crime Mapping beruht auf einer Wahrscheinlichkeitsberechnung, die anhand eines speziellen Softwareprogramms ermittelt wird. Mit Hilfe des Programms wird die räumliche, und auch die zeitliche, Verteilung von Straftaten erfasst und analysiert. So kann prognostiziert werden, in welchen Stadtquartieren sich Einbrüche, Diebstähle etc. häufen. Die Methode vom Crime Mapping hilft also Behörden und Polizei in der Kriminalitätsprävention.

  • Hélène Pfister,

    zum grössten Teil benutze ich Ihre Empfehlungen schon längere Zeit. Vielen Dank. Freundliche Grüsse Hélène Pfister

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  • Tim,

    ...seehr interessant. Werde heute Abend direkt unseren Zaun (Laternen etc.) und die unserer Nachbarn einmal checken...

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  • D. S.,

    Wenn es um Prävention geht, so haben die Präventionsstellen der kantonalen Kriminalpolizei noch ausführlichere Ratschläge, z.B. http://www.polizei.bs.ch/praevention/kriminalpraevention/einbruch.html http://www.baselland.ch/Einbruch-Praevention.319060.0.html http://www.basellandschaftlichezeitung.ch/basel/baselbiet/tipps-der-polizei-nachbarn-und-hunde-helfen-gegen-einbrecher-127280658 http://www.einbruch-diebstahl.ch/index.php/link/links-downloads.html

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  • Maria Felder,,

    Werde heute Abend noch meinem bekannten Kreis ein Mail versenden! Besten Dank, eine ganz tolle Info. Mit freundlichen Grüssen Maria Felder

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  • Y.N.,

    Warum geben Sie keine Tips für die Sicherung von Türen, Fenstern, Lichtschächten usw.? Dies sind in der Regel die Schwachpunkte von Häusern und Wohnungen. Man muss den Einbrechern das Leben schwer machen. Ebenfalls sollten die Fenster nie gekippt offen gelassen werden wenn das Haus/die Wohnung verlassen wird, auch da kommen die "Profis" ohne Probleme rein. Weiter sollte Mann/Frau nicht einfach den elektrischen Türöffner betätigen wenn es klingelt sondern sich persönlich erkundigen wer denn geklingelt hat. Dies vorallem in Mehrfamilienhäusern. Es gäbe noch viele weitere Tips zum Aufzählen wie Telefonbeantworter, Social Media usw. Darum die Info von D.S. zu Herzen nehmen und sich bei der Kriminalprävention der Polizei informieren.

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  • Michaela Hunziker,

    Vielen herzlichen Dank für die nützliche tolle Info. Man ist immer froh um solche Tipps. Es ruft einem wieder einmal die Sicherheit ins Gedächtnis. Viele Dank Markus Grüessli Michaela Hunziker

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  • Anonymous,

    Ich war 28 Jahre im Aussendienst der Basler.

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  • Anonymous,

    Die Basler ist undiskutabel die erste Versicherung überhaupt, mit einer professionellen, attraktiven und offenen Online-Kommunikation. Sie setzt aus eigener Erfahrung zudem erfreulich kulant, unkompliziert, rasch und kundenfreundlich Worte sprichwörtlich in Taten um. Da gibt es nichts, aber auch gar nichts zu meckern. -:))) Freundliche Grüsse G+V Ekmann, Zürich.

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  • Susy Behringer,

    Ich habe diese Broschüre gelesen. Sie ist sehr interessant und vor allem habe ich viel dazu gelernt. Ich werde nun aufmerksamer auf solche "Markierungen" achten. Danke.

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  • Anonymous,

    Wir machen grundsätzlich keine Ferien ausser Haus und ich bin Danträger Judo und sehr guter Schütze. Unsere Nachbarn haben die Umgebung in Sichtkontrolle. Aber eben, niemanden ist vor Einbrechern gefeit.

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  • Anonymous,

    gerade vor unseren Ferien hat sich eine Firma für die Absicherung der keller und Haustüre empfohlen. Kostenpunkt Fr. 2290.--. Auf der Grundlage der "Baslerempfelungen" haben wir die beiden Türen selber abgesichert mit z.T. Beschlägen von Tchibo für Fr. 100.--

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  • Anonymous,

    bin froh, wenn ich die Versicherung regelmässig bezahlen kann und hoffe, dass ich sie möglichst nie benötige.

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  • Name:,

    Hoffe sehr, die Versicherung ist dann wirklich für mich da, wenn ich sie mal benötigen sollte. Danke

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  • Anonymous,

    no comentariert

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  • Ambros Bär,

    Meine Frau und ich waren bis Ende 2014 20 Jahre lang aktive Mitglieder einer Beoabachtungspatrouille in Seuzach, hatten aber nie das Vergnügen, Einbrecher und anderes Gesindel zu erwischen.

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  • Peter B.,

    Ich wurde bisher nur von sogenannten "Ehrenpersonen" und in deren Auftrag von den Behörden bestohlen. Dagegen wirkt sich der Einbruch bei mir , bei dem ausser Sachschaden fast nichts weg kam minimal aus. Aber gegen diese Angriffe gegen mein Leben und mein Erspartes hilft leider auch die Baloise nicht.

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  • Stillhart,

    üben üben üben

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  • Werner Lutz,

    Habe einen Schäferhund, der mein zu Hause gut bewacht

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  • Anonymous,

    Ihre Präventionstips in Ehren, wichtiger wäre Abschreckung. D.h. Täter nach der Verhaftung nicht gleich wieder freizulassen...(x Beispiele in letzter Zeit),- schärfere Strafen für Wiederholungstäter, - strikte Grenzkontrollen und vieles mehr, damit das Lachen über unsere Kuscheljustiz in den einschlägigen Kreisen aufhört.

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  • Jan,

    Wir haben unser Haus speziell gesicherte. Fenster sowie Türen. Schade, dass keine Versicherung so etwas in der Prämienabrechnung berücksichtigt, ist doch dass Risiko zahlen zu müssen, geringer.

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  • Werner Luginbühl,

    Teilweise benutze ich ihre empfehlungen

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  • Manfred Widmer,

    Bei uns wurde drei mal eingebrochen! An unserer Strasse praktisch in jedem 2. Haus! Nachdem wir nun eine sichtbare Alarmanlage eingebaut haben, versuchten es die Einbrecher ein viertes mal. Wie haben sie es versucht: getestet ob die Anlage auch echt ist und dabei die Aussensirene beschädigt und ausgelöst. Der laute Allarmton hat die Täter verscheucht. Die Nachbarin hat 2 Personen flüchten sehen. Bis zum Eintreffen der Polizei dauerte es aber mehr als 30 Minuten. (Wochenende und reduzierter gemischter Bestand Stadt- und Kantonspolizei)

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