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Das Reisetagebuch der Maria Walliser

Meine erste Reise: Arusha, Tansania
Auf geht es nach Tansania. Unser Ziel ist Arusha, am Fusse des Mount Meru. Wir reisen von Norden aus Kenia an. Der öffentliche Bus ist voll bis auf den letzten Platz. Überall afrikanische Mamas mit ihren Kindern. Es riecht nach gerösteten Maiskolben. Die Stimmung ist gut, doch die Strasse erbärmlich – ein Wunder, dass wir heil ankommen.

Arusha hat etwa 416 000 Einwohner, die meisten Menschen arbeiten als Bauern. Die lokale Bevölkerung leidet am jüngsten Verfall der Kaffeepreise. Drei Tage verbringen wir hier, schauen uns den Kindergarten, die Schule und das SOS-Kinderdorf an. Im Gepäck haben wir ein paar Spielsachen: Bälle und Seifenblasen. Vor allem die Gummitwiste sind der Hit. Die Mädchen können gar nicht genug davon bekommen – mir macht es riesig Spass, mit ihnen um die Wette zu hüpfen.

Im SOS-Kinderdorf werden die Kids in der Kindertagesstätte betreut, sie erhalten drei Mahlzeiten pro Tag und Vorschulunterricht. Bildung und Ausbildung sind noch immer der beste Weg aus dem Elend. Akut notleidende Familien und Menschen, die HIV-infiziert oder an AIDS erkrankt sind, werden mit Nahrungsmittelpaketen versorgt.

«Schon mit kleinen Spenden Grosses bewegen»:

Drei Fragen an Christian Hosmann, Geschäftsführer SOS-Kinderdorf Schweiz:

Herr Hosmann, was unterscheidet eigentlich ein SOS-Kinderdorf von einem Kinderheim?
Ein SOS-Kinderdorf bietet im Gegensatz zu einem Heim eine komplette Familienstruktur an: Kinder – oft Waisen – wachsen bei einer liebevollen SOS-Kinderdorfmutter und Geschwistern in einem SOS-Familienhaus auf. Die verschiedenen Familienhäuser bilden eine kleine Kinderdorfgemeinschaft inmitten eines Quartiers. Die SOS-Kinderdorfmutter begleitet das Kind bis zu seiner Selbständigkeit, sie ist eine richtige Mama. Nur mit dieser Nähe zu einer solchen Bezugsperson ist ein Kind im Stande, seine erlebten Traumata zu bewältigen. Längst nicht jedes Heim ist in der Lage, eine solche enge Betreuung zu garantieren.

Mit welchen Mitteln können SOS-Kinderdörfer den Teufelskreis von Armut, Elend und Hunger durchbrechen?
Wir arbeiten grundsätzlich dort, wo die Not am grössten ist. Armut, Elend und Hunger sind das Resultat fehlender wirtschaftlicher oder sozialer Strukturen. Deshalb unterstützen wir Familien ausserhalb unserer SOS-Kinderdörfer mit unseren ganzheitlichen Familienstärkungsprogrammen. Hier werden Familienentwicklungspläne erarbeitet und finanzielle Starthilfen (beispielsweise für einen kleinen Kiosk) geleistet. Damit verfolgen wir das Ziel, dass Familien nicht auseinanderbrechen und Kinder in einer förderlichen Umgebung aufwachsen. Bildung und Gesundheit sind ebenfalls wichtige Elemente hin zur Selbständigkeit. Wir führen deshalb bei Bedarf Schulen, Kindergärten und medizinische Zentren. In Katastrophenfällen, wie beispielsweise in Nepal, führen wir grosse Nothilfeprogramme durch, in denen wir Kindern Schutz bieten und Eltern entlasten.

Welche Bedeutung haben Spenden für das Erreichen der Ziele von SOS-Kinderdorft?
Als privates und unabhängiges Hilfswerk sind wir besonders auf Spenden und Patenschaften angewiesen. Für ein einzelnes Kind macht bereits eine kleine Spende einen grossen Unterschied. Jede Spende wird mit dem kleinstmöglichen Verwaltungsaufwand direkt in unseren Programmen eingesetzt. Zudem ist unser Ziel, noch mehr Partnerschaften mit Firmen einzugehen, egal ob dies ein Grossunternehmen oder eine Einzelfirma ist. Die Rechnung ist einfach: Je mehr Spenden wir erhalten, desto mehr verlassenen Kindern können wir ein Aufwachsen in einem liebevollen Umfeld ermöglichen.

Mich beeindrucken hier vor allem die Frauen. Sie sind unheimlich einfallsreich, wenn es darum geht, die Familie zu ernähren: Sie nähen, basteln, produzieren Kerzen. Mütter werden zu Alpha-Wölfinnen, wenn es um ihre Kinder geht. Ich habe sie intensiv in mein Herz geschlossen.

Meine zweite Reise: Harar, Äthiopien
Dieses ostafrikanische Land befindet sich seit Jahren in einer äusserst prekären Situation. Es fehlt an fast allem. Vor allem an Bildung. Von den über 90 Millionen Äthiopiern können die Hälfte der Männer und zwei Drittel der Frauen weder lesen noch schreiben. Bildung und Ausbildung werden in Harar für die Menschen das Tor zu einer besseren Zukunft. Darauf zielt auch das Familienstärkungsprogramm von SOS-Kinderdorf. Einen Schwerpunkt bildet die Gesundheitsaufklärung. In der Arztstation hängen Plakate, die in einfachen Bildern Grundlagen zu Schwangerschaft, Verhütung und Schutzimpfungen vermitteln.

Meine «Sonne» sind die kleinen Mädchen, die als Begrüssungskomitee gekommen sind. Sie empfangen uns fein herausgeputzt und mit einem unwiderstehlichen Lächeln. Sie springen aufgeregt um uns herum, als wir unseren Rundgang machen, und zeigen uns stolz das Kinderdorf. Jede Familie hat hier ihren eigenen Garten. Angesichts häufiger Dürrekatastrophen werden die kleinen Nutzgärten in Verbindung mit nachhaltigen Bewässerungsmethoden zu einer Art Lebensversicherung.

Wir begegnen vielen alleinstehenden Frauen, die mit beeindruckender Hingabe ihr Leben meistern. Die meisten sind HIV-infiziert. Angesteckt haben sie sich bei ihren Männern, die sie dann sitzen gelassen haben. Diese Typen sind doch nur eine einzige Enttäuschung

In den Schulen beeindruckt mich, wie gesittet es hier zugeht. Die Kinder gehen aufgereiht wie an einer Perlenschnur in ihr Schulgebäude, die Pausenbox und die Schulbücher unter dem Arm – sie empfangen uns mit grosser Herzlichkeit und Freude. Es macht Spass, hier zu sein und zu sehen, dass diese jungen Menschen in dieser behüteten Umgebung gut und sicher gedeihen können. Auch das ist bemerkenswert: Ein SOS-Kinderdorf hat kein europäisch geprägtes Gesicht. Die Lehrer, die «Mütter» in den Familien, die Ärzte und Krankenschwestern kommen immer aus dem Land selbst.

Meine dritte Reise: Lesotho
Das kleine Land mitten in Südafrika ist in vieler Hinsicht ein Sonderfall. Einerseits wird es geprägt von einer grossartigen, zum Teil hochalpinen Natur, andererseits leidet es immer wieder unter einer oft dramatischen Nahrungsmittelknappheit. In Maseru und Quthing hat SOS-Kinderdorf Schweiz mit einem Familienstärkungsprogramm für 150 Familien, die Waisenkindern eine Heimat bieten, Gärten angelegt. Die «Mütter» sind die «Chefs». Viele können mittlerweile Produkte wie Pfeffer, Chilischoten, Karotten, Spinat, Randen oder Kohl anbauen, diese auf dem lokalen Markt verkaufen und so für die Familie sorgen. Hier kann man sehen, dass auch schon kleine Spenden wirklich Grosses bewegen können. Jeder einzelne Franken fällt bei den Familien buchstäblich auf fruchtbaren Boden.

Für die Kinder aus dem Dorf haben wir eine besondere Überraschung parat: Es geht in den Schnee. Als Skifahrerin bin ich gespannt, wie sie auf dieses Erlebnis reagieren. Schliesslich gibt es in ihrem Heimatland Lesotho mit «Afriski» das einzige Skigebiet im südlichen Afrika. Motiviert sind die Kinder auf jeden Fall bis in die Haarspitzen. Sie hatten zuvor sogar eigens einen kleinen «Qualifikations»-Wettbewerb durchgeführt, um nach «Afriski» mitfahren zu können.

Für die Kinder ist dieser Ausflug das Höchste. Sie waren noch nie zuvor im Schnee, geschweige denn weit weg von zuhause in einem Hotel. Schon als es losgeht, stecken sie in voller Wintermontur – bei über 20 Grad Celsius. Die Kinder auf der Piste zu erleben, ihre leuchtenden Augen, das vergnügte Kreischen und dann die super engagierten ersten Schwünge auf den Ski sind Eindrücke, die ich niemals vergessen werde. Sie purzeln in den Schnee, rappeln sich auf, wollen nicht mehr aufhören. Ein Gefühl liegt über dieser ganz besonderen Szenerie: Das Leben ist grossartig – wenn Menschen auch in schwierigen Lebensumständen Freude erfahren. Dafür lohnt es sich einzustehen. Jeden Tag. Die Kinder und SOS-Familien sind es wert.

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  • Georgie,

    Sehr interessant und sicher gut angelegtes Geld. Ich kenne Lesotho persönlich von einem längeren Einsatz auf einer Missionsstation und es freut mich ungemein, dass dort auf diese Weise geholfen wird. Danke allen Spendern.

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