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Buchweizen: ein Powerkraut neu entdeckt

Er kam von ganz weit her, genau genommen aus der Mongolei, verbreitete sich über den ganzen Erdball, war im Mittelalter ein Star und dennoch zuletzt fast vom Aussterben bedroht: Der Buchweizen, der Knöterich, der wie Getreide schmeckt, aber ein Kraut ist.

«Der Buchweizen ist einfach schwer zu ernten», erklärt Hans Casper Trepp (72), pensionierter Tierarzt aus Tiefencastel in Nordbünden, den Niedergang. «Er ist immer als Zweitpflanze, zum Beispiel nach der Roggenernte, gesät worden, aber reifte trotz schnellen Wachstums selten bis zum Ende, weil er auch  frostempfindlich ist. Also wurde er entweder als Dünger wieder untergraben oder aber mit der letzten Erntefahrt geerntet. Mit seinem Saft durchnässte er jedoch die Mähdrescher, was dazu führte, dass die Scheren im Winter rosteten. Das fanden die Bauern natürlich nicht so toll.»

Widerstandsfähiger als Heu
Dass er zumindest in Graubünden eine Wiedergeburt erlebte, hatte drei ungewöhnliche Gründe. Der Klimawandel, zwei zu heisse Sommer Anfang der 80er Jahre und der aussterbende Bergackerbau – dieser ist nämlich aufwendig und nicht sehr ertragreich. Die finanziellen Subventionen durch den Staat glichen die Verluste nie aus. Trepp: «Ich erinnere mich genau. Wir hatten nicht genug Viehfutter und konnten am Berg nur eine Heuernte einfahren. Wir überlegten, was zu tun ist. Getreide und auch Buchweizen waren am Berg widerstandsfähiger als Heu. Dazu wollten wir nicht, dass die jungen Bauern den Bergackerbau mit Pflügen und Eggen verlernen, also eine grosse Tradition verloren geht. So haben wir mit Unterstützung der Gran Alpin Genossenschaft den Biogetreideanbau am Berg gefördert und damit auch den Buchweizen wieder belebt.» Ein langer Weg, der erst Ende der 90er Jahre Öffentlichkeit und Beachtung erfuhr.

Buchweizenfelder vor dem Piz Beverin und der Rhätischen Bahn.Eine süsse Köstlichkeit: Crèmes Brúlées vom Buchweizen.Buchweizen-Crèpes mit Käse und Lachs.Ein Klassiker: Buchweizeneintopf mit Gemüse.
Buchweizenfelder vor dem Piz Beverin und der Rhätischen Bahn.
Eine süsse Köstlichkeit: Crèmes Brúlées vom Buchweizen.
Buchweizen-Crèpes mit Käse und Lachs.
Ein Klassiker: Buchweizeneintopf mit Gemüse.

Lehrstück für Bergbauern
Weil der Buchweizen nicht so hoch wächst wie Getreide, müssen ihn die Bauern wie Heu mit der Mähmaschine ernten. Ein nicht ganz einfaches Unterfangen. Deshalb eignet sich die Krautpflanze bis heute als optimales Gesellenstück für manchen Bergbauer-Lehrling. «Dass der Buchweizen im Bündnerland und in der ganzen Schweiz heute kaum mehr als Zweit- oder Zwischensaat sondern meistens als Hauptsaat angebaut wird, verdankt er sich selbst», erzählt Hans Casper Trepp. «Sein Geschmack und seine gute Bekömmlichkeit machen ihn sehr wertvoll, vor allem für Allergiker. Denn er ist frei von Gluten. Dazu blüht er schneeweiss und gilt als Bienenweide.» Getrocknet wird er meistens in Bündeln, am Haus hängend mit der Frucht nach unten. «Er ist in jeder Phase schön anzusehen», sagt Hans Casper Trepp. In der Bündner Küche hat er mittlerweile fast schon Gourmet-Status erlangt. Buchweizengerichte gelten als echte Spezialität.

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